THÜRINGER KRÄUTERGARTEN - “Kräuter-Königreich“
im Thüringer Schiefergebirge
Der THÜRINGER KRÄUTERGARTEN ist eine Waldregion im Thüringer Schiefergebirge, die beiderseits des Mittellaufes der Schwarza liegt und deren größte Orte die Städte Bad Blankenburg, Großbreitenbach, Königssee und Oberweißbach sind. In diesem Gebiet gibt es aufgrund der besonderen geologischen und geographischen Bedingungen immense Pflanzen- und Kräutervorkommen. Den Artenreichtum der Kräuter, Wald-, Feld- und Wiesenfrüchte dieses Landstriches entdeckten bereits vor Jahrhunderten die ersten hier Siedelnden -besonders Vertreter von Waldberufen und Kräuterfrauen- und machten sich diesen anfänglich für den Eigengebrauch nutzbar. Daraus entwickelte sich vor mehr als 300 Jahren allmählich ein eigener Erwerbszweig durch die Herstellung der als „Olitäten“ bezeichneten Naturheilmittel in kleinen Waldlaboratorien und Familienbetrieben.
Die OLITÄTENHÄNDLER, auch Buckelapotheker genannt, organisierten
den Vertrieb der Olitäten durch eine Auslieferung per pedes in Deutschland,
aber auch in ganz Mitteleuropa. Sie trugen dazu ein sogenanntes „Reff“
auf dem Rücken, auf dem die Olitäten säuberlich verpackt
waren und nutzten für den Vertrieb das Netz der „Olitätenwege“,
die sogenannten „Striche“ (= Routen).
Dieses Olitätengewerbe brachte beträchtlichen Wohlstand in
die ansonsten arme Waldregion und hat eine für Deutschland einmalige
Tradition. Der Olitätenhändler / Buckelapotheker steht darum
-als „Medizinmann“ des Thüringer Waldgebirges- symbolhaft für
die Region.
Der 1994 gegründete FÖRDERVEREIN „OLITÄTENWEGE IM THÜRINGER
KRÄUTERGARTEN“ E.V. hat sich die Aufgabe gestellt, diese jahrhundertealten
Traditionen aufzuarbeiten, zu pflegen und touristisch nutzbar zu machen.
Ein Hauptziel ist dabei die Reaktivierung der in ihrer Ursprünglichkeit
erhaltenen „Olitätenwege“, die einst die Buckelapotheker beim Vertrieb
ihrer Olitäten über Berg und Tal in die Welt führten. Diese
OLITÄTENWEGE, welche die Orte des „Thüringer Kräutergartens“
miteinander vernetzen, sind zum größten Teil bereits ausgeschildert
und die Beschilderung ist mit dem Logo „Buckelapotheker auf einer fünfblättrigen
Blüte“ versehen.
Gemäß der Philosophie des Fördervereins „NATUR - GESUNDHEIT
- VOLKSKULTUR“ werden neben den reichen Kräutervorkommen und den Olitätentraditionen
auch anderes traditionelles Brauchtum der Region einbezogen.
Deshalb ergeben sich vielfältige Erlebnisangebote rechts und links
der Olitätenwege.
Mit seiner Tätigkeit ist der Förderverein bestrebt, diese Möglichkeiten der einzelnen Orte der Region zu erschließen und in ein touristisches Gesamtkonzept zu integrieren. Eine Gesamtwerbekarte des Thüringer Kräutergartens informiert über die gesamte Region und diese ist in den Fremdenverkehrsämtern und Auskunftsstellen sowie in der Geschäftsstelle des Fördervereins „Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten“ e. V. zusammen mit detaillierten weiteren Kräuter-, Olitäten- und Wanderangeboten erhältlich.
Seien dies nun Informationen zu den einzelnen Olitätenwegen, zu
den Kräutergärten und speziellen Lehrpfaden der Region, zu Museen
und Ausstellungen (besonders mit Bezug zum Olitätengewerbe), zu gegenwärtigen
Standorten der Olitätenproduktion, zum Kräuter- und Souvenirverkauf
mit Beratung oder zum historischen Handwerk.
So findet jedes Jahr Mitte August das „KÖNIGLICHE KRÄUTER-
UND KULTURWOCHEN-ENDE“ statt, dessen Höhepunkte der „BRÄÈTMICHER
KRAM- UND KRÄUTERMARKT in Großbreitenbach (mit der Wahl der
„Thüringer Olitätenkönigin“) und das LAVENDELFEST in Bad
Blankenburg (mit der Krönung der Lavendelkönigin) darstellen.
Interessante Angebote zum Thema „Kräuter“ und „Olitäten“ sind
aber auch Kräutervorträge und -seminare sowie Kräuterwanderungen
und Olitätenfahrten. Also, kommen Sie und lernen Sie den einzigartigen
„Thüringer Kräutergarten“ mit seiner schönen Landschaft,
seinem Naturreichtum, den interessanten Traditionen und vor allem auch
seinen gastfreundlichen Einwohnern kennen.
Die Erben der „Buckelapotheker“ und „Kräuterfrauen“ laden Sie
herzlich dazu ein.
email: badhundertpfund@t-online.de